< Umweltorga- nisationen aus drei Ländern fordern mehr Ökologie für den Alpenrhein
30.06.03 19:35 Alter: 19 yrs

Rhein(er)leben - Wandern von Reichenau bis Bregenz

Die Alpenrheinwanderung Rhein(er)Leben endete am Fest der Seen und Flüsse in Bregenz. Die 5-tägige Wanderung von Reichenau bis Bregenz zeigte deutlich, dass eine Wiederbelebung des Alpenrheins dringend notwendig ist.


Fünf Umweltorganisationen aus drei Ländern luden letzte Woche zum Augenschein am Alpenrhein. Rund 50 Leute nutzten die Gelegenheit, den Alpenrhein besser kennenzulernen. Auf der 90 Kilometer langen Wanderung von Reichenau bis Bregenz wurde über die Geschichte des grössten Wildbaches Europas, den Ist-Zustand und die Zukunft informiert. Begegnungen mit Anrainer und Anrainerinnen, Fachleuten und Vertretern der Internationalen Regierungskommission Alpenrhein IRKA ermöglichten den teilnehmern spannende Einblicke aus erster Hand. Dabei wurde deutlich: Die Kanalisierung und vielfältige Nutzung des Alpenrhein hat massive Auswirkungen auf den Lebensraum. Tiere und Pflanzen sind verschwunden oder bedroht, der Grundwasserspiegel ist stark gesunken und die Hochwassersicherheit teilweise nicht mehr gewährleistet. Die Umweltorganisationen unterstützen darum die Initiative der IRKA, die ein Entwicklungskonzept für den gesamten Alpenrhein in Auftrag gegeben hat. Sie fordern aber, dass die Ökologie gegenüber anderen zum Teil gegenläufigen Interessen gebührend berücksichtigt wird.

Kein Überleben für die Fische
Auf der Alpenrheinwanderung waren zwei Defizite am Alpenrhein immer wieder Thema. Dem kanalisierten Alpenrhein fehlt einerseits der Raum für eine natürliche Dynamik. Wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen wie Auenwälder, Kiesbände, Seitenarme und Tümpel können kaum noch entstehen. Andererseits verursachen die Speicherkraftwerke immer stärkere unnatürliche Wasserstandsschwankungen. Durch den Schwall kann der Rhein in sehr kurzer Zeit bis zu eineinhalb Metern steigen und gleich wieder sinken. Die Fische können sich deswegen nicht mehr natürlich reproduzieren. Von den ursprünglichen 30 Fischarten am Alpenrhein gibt es heute nur noch 17, wobei 11 selten sind.

Neues Leben für den Alpenrhei
Mehr Raum für den Alpenrhein und eine deutliche Reduktion des Schwalls gehören denn auch zu den Hauptforderungen der Umweltorganisationen. Mit der Sympathiekampagne „Lebendiger Alpenrhein“ wollen die Umweltorganisationen bei der Anrainerbevölkerung mehr Sympathie für den heute wegkanalisierten Alpenrhein uns seinen Zuflüssen gewinnen. Nur so haben Renaturierungsmassnahmen am Alpenrhein in Zukunft eine Chance.

Medienmitteilung