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13.05.11 11:25 Alter: 11 yrs

Ungenügende Restwassermengen-Samina in Liechtenstein

Im Liechtensteinischen dürstet der Fluss im Saminatal nach Wasser, weil die Liechtensteinischen Kraftwerke LKW das Wasser abgraben. Die Umwelt- und Fischereiverbände bezeichneten die dem Fluss zugestandene Wassermenge (Restwasser) als völlig unzureichend und nicht nachvollziehbar. Das Gewässer sei in seinen Funktionen beeinträchtigt, der Bach für Gewässerlebewesen entwertet und untauglich geworden. Das ist korrekt. Die LKW werben in ihrem Prospekt „LiStrom NATUR“, der zu 100 % aus umweltschonender, inländischer Produktion stamme – eine Verhöhnung des Kunden.


Fast trockenes Flussbett unterhalb der Entnahme beim Pumpwerk Rieteren (links). Rechts: wie’s sein müsste, Fotos: Peter Rey, Hydra Institut

Im Liechtensteinischen wurde kürzlich die Restwassersanierung der Samina abgeschlossen. Die Regierung gestand Teilabschnitten der Bäche bis zu 6.3 mal weniger Wasser zu als nach Schweizer Recht mindestens nötig wäre. Was soll das, Liechtenstein darf doch eigene Gesetze erlassen?! Stimmt, trotzdem übernimmt Liechtenstein in alter Tradition wesentliche Anteile des Schweizer Rechts, so auch die per 1.1.2011 in Kraft getretene Revision des Schweizer Gewässerschutzgesetzes <<mehr>>.

Interessant ist, dass der ökologisch und wirtschaftlich relevante Abs. 1 des Restwasser Artikels 31 nicht ins Ländlerecht überführt wurde. Es liegt deshalb nahe, dass mehrere NGOs im Ländle die Verfügung wissenschaftlich begründeter Restwassermengen nach dem Schweizer Muster wünschen.

Die Regierung des Ländle hatte kein Gehör für die NGOs und verfügte Restwassermengen, die für Strombarone der Traum, für Gewässerlebewesen aber eine Katastrophe sind. Hinzu kommt die Mogelpackung des Marketings der Liechtensteinischen Kraftwerke. Gemäss Prospekt verkaufen diese „LiStrom NATUR“ der zu 100 % aus umweltschonender, inländischer Produktion stamme. Deshalb biete „LiStrom“ einen ökologischen Mehrwert gegenüber dem herkömmlichen Strom, der aus dem Ausland importiert werde. Mit Blick auf die Restwassersanierung der Samina ist das eine Verhöhnung des Kunden: CO2-neutral ja, naturverträglich sicher nicht! Über dieses unehrliche Marketing ärgert sich auch Moritz Rheinberger, Geschäftsführer der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz. In einem Streitgespräch konfrontierte er LKW-Chef Gerald Marxer mit der unehrlichen Werbung <<Streitgespräch>>.

Samina-Gewässersystem

Forderung NGOs
(Liter pro Sekunde)

Regierungsentscheid
(Liter pro Sekunde)

Malbunbach

89

25

Steg Stauwehr

126

20

Pumpwerk Rieteren

185

50