Faszination Flussbett

Tagliamento Fluss © Indermaur

Faszination Flussbett

Verzweigte Flüsse mit Seitenarmen, Bauminseln, Flachufern, Sand- und Schotterbänken und unzähligen Tümpeln ziehen uns magisch an. Sie sind überaus artenreich, durchaus vergleichbar mit Regenwäldern.

 

Dynamik braucht Raum

Verzweigte Flüsse entstehen dort, wo genügend Raum zur Verfügung steht. Auch Flusstiefe, Korngrösse (Durchmesser der Steine) und Geologie sind wichtig. Vor 1820 floss der Rhein als verzweigter Fluss, von Chur bis Sargans. Im bis zu 750 Meter breiten Flussbett fanden sich unzählige Bauminseln und Kiesbänke. Von Sargans bis zur Bodenseemündung wand sich der Rhein hauptsächlich in einem Hauptarm durch die Landschaft. Heute ist der Alpenrhein-Kanal weitgehend strukturlos und durchschnittlich etwa 70 Meter breit.

 

Lebensraum

In einem verzweigten Fluss ist die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten extrem hoch, weil es viele verschiedene Lebensräume gibt. In Flussauen kommen bis zu 80 Prozent der Tierarten und 33 Prozent der Pflanzenarten regelmässig vor. Im reich verzweigten Gewässernetz variieren Wassertiefen, Strömungsgeschwindigkeiten und Temperaturverhältnisse enorm. Diese Vielfalt an Umweltbedingungen ist nötig, damit verschiedenste Gewässerlebewesen optimale Voraussetzungen für die Fortpflanzung und das Überleben finden.